
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
27 Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. 28 Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und ich werde ihn wieder verherrlichen. 29 Das Volk, das dabeistand und es hörte, meinte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet. 30 Jesus antwortete: Nicht meinetwegen ist diese Stimme ergangen, sondern euretwegen. 31 Jetzt ist das Gericht über diese Welt. Jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen. 32 Ich aber werde, wenn ich von der Erde erhöht bin, alle an mich ziehen. 33 Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.
(Tr. lii. 2) Ich höre Ihn sagen: Wer sein Leben in dieser Welt hasst, wird es bewahren zum ewigen Leben; und ich bin hingerissen, ich verachte die Welt; dieses ganze Leben, wie lang es auch sei, ist in Meinen Augen nur ein Hauch; alle zeitlichen Dinge sind nichtig im Vergleich zum Ewigen. Und wieder höre ich Ihn sagen: Jetzt ist Meine Seele erschüttert. Du befiehlst meiner Seele, Dir zu folgen; aber ich sehe Deine Seele erschüttert. Welchen Grund soll ich suchen, wenn der Fels nachgibt? Herr, ich erkenne Deine Barmherzigkeit. Du hast aus Liebe aus eigenem Willen die Erschütterung auf Dich genommen, um die zu trösten, die durch die Schwachheit der Natur erschüttert sind; damit die Glieder Deines Leibes nicht in Verzweiflung zugrunde gehen. Das Haupt nahm die Empfindungen Seiner Glieder auf sich. Er wurde durch nichts erschüttert, sondern, wie oben gesagt wurde, Er erschütterte Sich selbst. (c. 11:33)