
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
20 Unter denen, die hinaufzogen, um am Fest Gott anzubeten, waren auch einige Griechen. 21 Sie traten an Philippus aus Betsaida in Galiläa mit der Bitte heran: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas. 22 Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. 23 Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. 24 Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht. 25 Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es für das ewige Leben bewahren. 26 Wer mir dienen will, folge mir nach, und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird ihn der Vater ehren.
(Tr. li) Aber was heißt es, Christus zu dienen? Die Worte selbst erklären es. Die dienen Christus, die nicht das Ihre suchen, sondern das, was Jesu Christi ist, d. h. die Ihm nachfolgen, auf Seinen, nicht auf ihren eigenen Wegen wandeln, alle guten Werke um Christi willen tun, nicht nur Werke der Barmherzigkeit an den Leibern der Menschen, sondern alle anderen, bis sie endlich jenes große Werk der Liebe vollbringen und ihr Leben für die Brüder hingeben. Aber welche Frucht, welchen Lohn, fragst du? Die nächsten Worte sagen es dir: Und wo Ich bin, dort soll auch Mein Diener sein. Liebe Ihn um Seiner selbst willen und halte es für einen reichen Lohn deines Dienstes, bei Ihm zu sein.