
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
12 Am folgenden Tag hörte die Volksmenge, die zum Fest gekommen war, Jesus komme nach Jerusalem. 13 Da nahmen sie Palmzweige, zogen ihm entgegen und riefen: Hosanna! Gepriesen sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels! 14 Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf -- wie geschrieben steht: 15 Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt; er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin. 16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht. Aber als Jesus verherrlicht war, erinnerten sie sich, dass dies über ihn geschrieben war und man es so für ihn ausgeführt hatte. 17 Die Volksmenge, die bei ihm gewesen war, als er Lazarus aus dem Grab rief und von den Toten auferweckte, legte davon Zeugnis ab. 18 Deshalb zog ihm auch die Menge entgegen, weil sie gehört hatte, dass er dieses Zeichen getan hatte. 19 Die Pharisäer indessen sagten zueinander: Ihr seht, dass ihr nichts erreicht. Alle Welt läuft ihm nach.
(Tr. li) Diese Tat unseres Herrn wird in den Propheten angedeutet, obwohl die bösartigen Herrscher der Juden darin keine Erfüllung der Prophezeiung sahen: Wie geschrieben steht: Fürchte dich nicht, Tochter Sion, siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfüllen. Ja, in jener Nation, obwohl verworfen, obwohl blind, blieb doch noch die Tochter Sion; sogar Jerusalem. Zu ihr wird gesagt: Fürchte dich nicht, erkenne Den an, den du preist, und zittere nicht, wenn Er leidet. Jenes Blut ist es, das deine Sünden abwaschen und dein Leben erlösen wird.