
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
54 Jesus bewegte sich nun nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog von dort in die nahe der Wüste gelegene Gegend zurück, in eine Stadt namens Efraim. Dort blieb er mit den Jüngern. 55 Das Paschafest der Juden war nahe, und viele Leute aus dem ganzen Land zogen nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen. 56 Sie suchten nach Jesus und fragten einander, wenn sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl nicht zum Fest kommen. 57 Die Hohenpriester und Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, Befehle erlassen, es anzuzeigen, wenn jemand seinen Aufenthaltsort erfahren sollte.
(Tr. l. 2) Er, der vom Himmel kam, um zu leiden, wünschte sich dem Ort Seines Leidens zu nähern, da Seine Stunde nun nahe war: Und das Pascha der Juden war nahe. Dieses Pascha hatten sie beschlossen zu feiern, indem sie das Blut unseres Herrn vergossen; das Blut, das das Pascha weihte, das Blut des Lammes. Das Gesetz verpflichtete jeden, zum Fest hinaufzuziehen: Und viele gingen aus dem Land vor dem Pascha nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen. Aber unser Pascha ist das wahre; das jüdische war ein Schatten. Die Juden hielten ihr Pascha im Dunkeln, wir im Licht: Ihre Türpfosten waren mit dem Blut eines getöteten Tieres bestrichen, unsere Stirnen sind mit dem Blut Christi bezeichnet.