Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
54 Jesus bewegte sich nun nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog von dort in die nahe der Wüste gelegene Gegend zurück, in eine Stadt namens Efraim. Dort blieb er mit den Jüngern. 55 Das Paschafest der Juden war nahe, und viele Leute aus dem ganzen Land zogen nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen. 56 Sie suchten nach Jesus und fragten einander, wenn sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl nicht zum Fest kommen. 57 Die Hohenpriester und Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, Befehle erlassen, es anzuzeigen, wenn jemand seinen Aufenthaltsort erfahren sollte.
(t. xxviii. 18.) Es ist lobenswert, wenn Kämpfe bevorstehen, das Bekenntnis nicht zu meiden oder den Tod für die Wahrheit zu verweigern. Und es ist nicht weniger lobenswert, jetzt die Gelegenheit zu einer solchen Prüfung zu vermeiden. Was wir sorgfältig tun sollten, nicht nur wegen der Ungewissheit des Ausgangs einer Prüfung in unserem eigenen Fall, sondern auch um nicht die Gelegenheit zu vermehren, die Gottlosigkeit und Schuld anderer zu vergrößern. Denn wer die Ursache der Sünde in einem anderen ist, wird bestraft werden. Wenn wir unseren Verfolger nicht meiden, obwohl wir die Möglichkeit dazu haben, machen wir uns für sein Vergehen verantwortlich. Aber unser Herr zog sich nicht nur selbst zurück, sondern nahm, um jede Gelegenheit zum Ärgernis von seinen Verfolgern zu nehmen, seine Jünger mit sich: Und dort blieb er mit seinen Jüngern.