
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
47 Da riefen die Hohenpriester und Pharisäer den Hohen Rat zusammen und sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut so viele Zeichen. 48 Wenn wir ihn so weitermachen lassen, werden alle an ihn glauben; die Römer werden kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. 49 Einer von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war, sagte zu ihnen: Ihr wisst nichts 50 und bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt und nicht das ganze Volk zugrunde geht. 51 Das sagte er aber nicht aus sich heraus, sondern als Hoherpriester jenes Jahres weissagte er, dass Jesus für das Volk sterben werde 52 und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die zerstreuten Kinder Gottes zur Einheit zusammenzuführen. 53 Seit jenem Tag waren sie entschlossen, ihn zu töten.
(Tr. xlix. 26) Oder sie fürchteten, dass, wenn alle an Christus glaubten, niemand übrig bliebe, um die Stadt Gottes und den Tempel gegen die Römer zu verteidigen: da sie meinten, die Lehre Christi richte sich gegen den Tempel und ihre Gesetze. Sie fürchteten, zeitliche Dinge zu verlieren, und dachten nicht an das ewige Leben; und so verloren sie beides. Denn die Römer kamen, nachdem unser Herr gelitten hatte und verherrlicht war, und nahmen ihren Ort und ihre Nation weg, indem sie den einen durch Belagerung zerstörten und die andere zerstreuten.