Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
41 Da nahmen sie den Stein weg, Jesus aber erhob seine Augen und betete: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich wusste, dass du mich allezeit erhörst. Aber ich habe es wegen der dabeistehenden Menge gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. 43 Nach diesen Worten rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Da kam der Tote heraus, Füße und Hände mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Macht ihn frei und lasst ihn gehen! 45 Viele Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan, glaubten an ihn. 46 Einige aber von ihnen gingen zu den Pharisäern und erzählten ihnen, was er getan hatte.
(t. xxviii. 10.) Unser Herr hatte oben gesagt: Wegen des Volkes, das umhersteht, habe Ich es gesagt, damit sie glauben, dass Du Mich gesandt hast. Es wäre Unkenntnis der Zukunft gewesen, wenn Er dies gesagt hätte und am Ende niemand glaubte. Daher folgt: Da glaubten viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus tat, an Ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was Jesus getan hatte. Aus diesen Worten ist es zweifelhaft, ob die, die zu den Pharisäern gingen, zu jenen vielen gehörten, die glaubten, und die Gegner Christi versöhnen wollten; oder ob sie zur ungläubigen Partei gehörten und den Neid der Pharisäer gegen Ihn entfachen wollten. Letzteres scheint mir die richtige Annahme zu sein; besonders da der Evangelist die Gläubigen als die größere Gruppe beschreibt. Viele glaubten; während nur wenige zu den Pharisäern gehen: Einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was Jesus getan hatte.