
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
17 Bei seiner Ankunft fand ihn Jesus schon vier Tage begraben. 18 Betanien lag nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. 19 Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie über ihren Bruder zu trösten. 20 Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen. Maria aber blieb im Haus sitzen. 21 Da sagte Marta zu Jesus: Wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich, dass dir Gott alles gewähren wird, um was du ihn bittest. 23 Jesus sagt zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24 Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. 25 Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. 26 Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? 27 Sie sagte zu ihm: Ja, Herr, ich habe den Glauben, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
(Tract. xlix. 12) Über die vier Tage lässt sich vieles sagen. Sie beziehen sich auf eine Sache, aber auf eine Sache, die unter verschiedenen Aspekten betrachtet wird. Es gibt einen Tag des Todes, den das Gesetz unserer Geburt über uns bringt. Die Menschen übertreten das natürliche Gesetz, und das ist ein weiterer Tag des Todes. Das geschriebene Gesetz wird den Menschen durch die Hände des Mose gegeben, und das wird verachtet – ein dritter Tag des Todes. Das Evangelium kommt, und die Menschen übertreten es – ein vierter Tag des Todes. Aber Christus verschmäht es nicht, auch diese zu erwecken.