
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
1 Es war aber einer krank, Lazarus von Betanien, aus dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. 2 Maria war es, die den Herrn mit Balsam gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hatte; deren Bruder Lazarus war krank. 3 Die Schwestern schickten also zu ihm und ließen sagen: Herr, der, den du lieb hast, ist krank. 4 Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. 5 Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.
(Tr. xlix. 6) Als Jesus das hörte, sprach Er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode. Denn dieser Tod selbst war nicht zum Tode, sondern um Anlass zu einem Wunder zu geben, wodurch die Menschen zum Glauben an Christus gebracht werden und so dem wahren Tod entgehen könnten. Es war zur Verherrlichung Gottes, wobei zu beachten ist, dass unser Herr sich hier implizit als Gott bezeichnet und so jene Häretiker widerlegt, die sagen, der Sohn Gottes sei nicht Gott. Zur Verherrlichung welches Gottes? Höre, was folgt: Damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde, d. h. durch jene Krankheit.