
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 10
14 Ich bin der gute Hirt und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, 15 wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; ich gebe mein Leben hin für die Schafe. 16 Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind. Auch sie muss ich führen, sie werden auf meine Stimme hören und es wird eine Herde geben und einen Hirten. 17 Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. 18 Niemand nimmt es mir, sondern ich gebe es freiwillig hin. Ich habe Vollmacht, es hinzugeben, und ich habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. 19 Wegen dieser Rede entstand erneut Zwiespalt unter den Juden. 20 Viele von ihnen sagten: Er ist von einem Dämon besessen und ist wahnsinnig. Was hört ihr ihn an? 21 Andere sagten: Das sind nicht Worte eines Besessenen. Kann etwa ein Dämon Blinden die Augen öffnen?
(Tr. xlvii. 4) Was meint er dann, wenn er sagt: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt? Nur, daß er sich zwar persönlich den Juden offenbarte, aber nicht selbst zu den Heiden ging, sondern andere sandte.