
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 10
11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe. 12 Der Lohnknecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt, wenn er den Wolf kommen sieht, die Schafe im Stich und flieht -- und der Wolf raubt und versprengt sie. 13 Denn er ist ein Lohnknecht und an den Schafen liegt ihm nichts.
(Tr. xlvi. 5) In der Tat wäre er kein Mietling, wenn er nicht Lohn vom Lohnherrn empfinge. (c. 6). Söhne warten geduldig auf das ewige Erbe ihres Vaters; der Mietling sieht eifrig nach dem zeitlichen Lohn von seinem Lohnherrn; und doch verkünden beider Zungen die Herrlichkeit Christi. Der Mietling schadet, indem er Unrecht tut, nicht indem er recht spricht: die Weintraube hängt zwischen Dornen; pflücke die Traube, meide den Dorn. Viele, die zeitliche Vorteile in der Kirche suchen, predigen Christus, und durch sie wird Christi Stimme gehört; und die Schafe folgen nicht dem Mietling, sondern der Stimme des Hirten, die durch den Mietling gehört wird.