
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 10
7 Weiter sagte Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8 Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber. Aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. 9 Ich bin die Tür. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. 10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Fülle haben.
(Tr. xlv. 8) Verstehe: Alle, die jemals mit Mir in Zwietracht kamen. Die Propheten waren nicht in Zwietracht mit Ihm. Sie kamen mit Ihm, der mit dem Wort Gottes kam, der die Wahrheit sprach. Er, das Wort, die Wahrheit, sandte Herolde vor Sich her, aber die Herzen derer, die Er sandte, waren die Seinen. Sie kamen mit Ihm, insofern Er immer ist, obwohl Er das Fleisch in der Zeit annahm: Im Anfang war das Wort. Seinem demütigen Kommen im Fleisch gingen gerechte Männer voraus, die an Ihn glaubten als den, der kommen sollte, wie wir an Ihn glauben als den Gekommenen. Die Zeiten sind verschieden, der Glaube ist derselbe. Unser Glaube verbindet sowohl die, die glaubten, dass Er kommen sollte, als auch die, die glauben, dass Er gekommen ist. Alle, die jemals mit Ihm in Zwietracht kamen, waren Diebe und Räuber; d. h. sie kamen, um zu stehlen und zu töten; aber die Schafe hörten sie nicht. Sie hatten nicht Christi Stimme; sondern waren Wanderer, Träumer, Betrüger. Warum Er die Tür ist, erklärt Er als Nächstes: Ich bin die Tür; wenn jemand durch Mich eingeht, wird er gerettet werden.