
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
47 Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Wirklich, ein Israelit, in dem nichts Falsches ist. 48 Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Bevor Philippus dich rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. 49 Natanaël sagte zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel. 50 Jesus antwortete ihm: Weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah, glaubst du? Größeres als das wirst du sehen. 51 Und er sagte zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen und die Engel Gottes über dem Menschensohn auf- und niedersteigen sehen.
(Tr. vii. c. 19) Was bedeutet dies: In dem kein Falsch ist? Hatte er keine Sünde? War kein Arzt für ihn nötig? Weit gefehlt. Niemand wurde je geboren mit einem Temperament, das den Arzt nicht brauchte. Falsch ist es, wenn wir eines sagen und anderes denken. Wie war dann kein Falsch in ihm? Weil er, wenn er ein Sünder war, seine Sünde bekannte; wenn aber ein Mensch, der ein Sünder ist, vorgibt, gerecht zu sein, so ist Falsch in seinem Mund. Unser Herr lobte also das Sündenbekenntnis in Nathanael; Er erklärte ihn nicht für keinen Sünder.