Alkuin
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
37 Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. 38 Jesus wandte sich um, und als er sie nachkommen sah, fragte er sie: Was sucht ihr? Sie aber sagten zu ihm: Rabbi -- das heißt übersetzt: Meister --, wo wohnst du? 39 Er antwortete ihnen: Kommt und seht! Sie gingen also mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war ungefähr die zehnte Stunde. 40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.
Sie wünschen nicht nur für eine Zeit unter seiner Lehre zu sein, sondern fragen, wo er bleibt; sie wünschen eine unmittelbare Einführung in die Geheimnisse seines Wortes und beabsichtigen danach, ihn oft zu besuchen und vollere Unterweisung zu erhalten. Und im mystischen Sinn wünschen sie auch zu wissen, in wem Christus wohnt, damit sie, durch ihr Beispiel gefördert, selbst geeignet werden, seine Wohnung zu sein. Oder: dass sie Jesus wandeln sehen und sogleich fragen, wo er wohnt, ist ein Hinweis für uns, dass wir, eingedenk seiner Menschwerdung, ihn inständig bitten sollten, uns unsere ewige Wohnung zu zeigen. Da die Bitte so gut ist, verspricht Christus eine freie und vollständige Offenbarung. Er spricht zu ihnen: Kommt und seht: das heißt, meine Wohnung ist nicht durch Worte zu verstehen, sondern durch Werke; kommt also durch Glauben und Wirken, und dann seht durch Verstehen.