
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
32 Und Johannes bezeugte: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen und er blieb auf ihm. 33 Auch ich kannte ihn nicht. Aber er, der mich gesandt hat, um mit Wasser zu taufen, hat zu mir gesagt: Auf wen du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit Heiligem Geist tauft. 34 Ich habe es gesehen und bezeuge, dass er der Sohn Gottes ist.
(de Trin. xv. c. 46. [26.]) Dies war jedoch nicht der erste Anlass, dass Christus die Salbung des Heiligen Geistes empfing: nämlich sein Herabkommen auf ihn bei seiner Taufe; worin er sich herabließ, seinen Leib, die Kirche, vorzubilden, in der die Getauften vorzüglich den Heiligen Geist empfangen. Denn es wäre absurd anzunehmen, dass er mit dreißig Jahren (das war sein Alter, als er von Johannes getauft wurde) zum ersten Mal den Heiligen Geist empfing: und dass er, als er zu jener Taufe kam, so wie er ohne Sünde war, auch ohne den Heiligen Geist war. Denn wenn sogar von seinem Diener und Vorläufer Johannes geschrieben steht: Er wird mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, schon von Mutterleib an; wenn er, obwohl aus dem Samen seines Vaters entsprossen, dennoch den Heiligen Geist empfing, als er erst im Mutterleib gebildet war; was sollten wir dann von Christus denken und glauben, dessen Fleisch nicht aus einer fleischlichen, sondern geistlichen Empfängnis stammte?