Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
19 Das ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du? 20 Da bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. 21 Sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elija? Er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. 22 Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Antwort bringen. Was sagst du über dich selbst? 23 Er sagte: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
(in Joan. tom. vi. c. 7) Jemand wird sagen, dass Johannes nicht wusste, dass er Elias sei; wie jene sagen, die aus dieser Stelle die Lehre von einer zweiten Inkorporation ableiten, als ob die Seele nach dem Verlassen des alten einen neuen Leib annehme. Denn die Juden, so heißt es, fragten Johannes durch die Leviten und Priester, ob er Elias sei, und setzten dabei die Lehre von einem zweiten Leib als bereits gewiss voraus; als ob sie auf Überlieferung beruhte und Teil ihres geheimen Systems wäre. Auf diese Frage jedoch antwortet Johannes: Ich bin nicht Elias; er kannte seine frühere Existenz nicht. Aber wie ist es vernünftig anzunehmen, wenn Johannes ein vom Geist erleuchteter Prophet war und so viel über den Vater und den Eingeborenen offenbart hatte, dass er in Bezug auf sich selbst so im Dunkeln sein könnte, dass er nicht wüsste, dass seine eigene Seele einst zu Elias gehört hatte?