Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
19 Das ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du? 20 Da bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. 21 Sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elija? Er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. 22 Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Antwort bringen. Was sagst du über dich selbst? 23 Er sagte: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
(t. vi. c. 4) Die Juden von Jerusalem, als Verwandte des Täufers, der aus priesterlichem Geschlecht stammte, senden Priester und Leviten, um ihn zu fragen, wer er sei; (c. 6). das heißt Männer, die man für höherrangig hielt als die übrigen ihres Standes, durch Gottes Erwählung, und die aus jener Stadt kamen, die vor allen anderen Städten bevorzugt war, Jerusalem. So ehrfürchtig ist die Art, wie sie Johannes befragen. Von einem solchen Vorgehen gegenüber Christus lesen wir nichts: aber was die Juden gegenüber Johannes taten, tut Johannes seinerseits gegenüber Christus, als er ihn durch seine Jünger fragt: „Bist du es, der da kommen soll“ (Lk. 7,20) „oder sollen wir auf einen anderen warten?“