
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
18 Niemand hat Gott jemals gesehen. Der Einzige, der Gott ist und an der Brust des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
(Tr. iii. c. 18) Doch hat es Männer gegeben, die, getäuscht durch die Eitelkeit ihres Herzens, behaupteten, der Vater sei unsichtbar, der Sohn sichtbar. Wenn sie nun den Sohn sichtbar nennen hinsichtlich seiner Verbindung mit dem Fleische, so widersprechen wir nicht; das ist katholische Lehre. Aber es ist Wahnsinn in ihnen, zu sagen, er sei es vor seiner Menschwerdung gewesen; d. h. wenn es wahr ist, dass Christus die Weisheit Gottes und die Kraft Gottes ist. Die Weisheit Gottes kann nicht mit dem Auge gesehen werden. Wenn das menschliche Wort nicht mit dem Auge gesehen werden kann, wie kann dann das Wort Gottes?