Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
2 Es war im Anfang bei Gott.
(tom. ii. in Joan. c. 4) Oder so: Der Evangelist hat mit jenen Aussagen begonnen und vereint sie in eine, indem er sagt: Derselbe war im Anfang bei Gott. Denn in der ersten der drei haben wir gelernt, in was das Wort war, dass es im Anfang war; in der zweiten, bei wem, bei Gott; in der dritten, wer das Wort war, Gott. Nachdem er also durch den Ausdruck „Derselbe“ uns gleichsam Gott das Wort, von dem er gesprochen hatte, vor Augen gestellt hat, fasst er alles in der vierten Aussage zusammen, nämlich: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott; in: Derselbe war im Anfang bei Gott. Es könnte jedoch gefragt werden, warum nicht gesagt wird: Im Anfang war das Wort Gottes, und das Wort Gottes war bei Gott, und das Wort Gottes war Gott? Nun, wer auch immer zugibt, dass die Wahrheit eine ist, muss auch zugeben, dass die Darlegung der Wahrheit, das heißt die Weisheit, eine ist. Aber wenn die Wahrheit eine ist und die Weisheit eine, muss auch das Wort, das die Wahrheit verkündet und die Weisheit in denen entfaltet, die sie aufnehmen können, eines sein. Und daher wäre es hier unpassend gewesen, „das Wort Gottes“ zu sagen, als ob es andere Worte außer dem Gottes gäbe, ein Wort der Engel, ein Wort der Menschen und so weiter. Wir sagen dies nicht, um zu leugnen, dass Es das Wort Gottes ist, sondern um den Nutzen der Auslassung des Wortes „Gott“ zu zeigen. Johannes selbst sagt auch in der Apokalypse: Und sein Name heißt das Wort Gottes. (Offb. 19:13)