In ihrer verkehrten Sinnesart sprechen sie zueinander:Kurz und trübselig ist unser Leben;es gibt weder ein Heilmittel beim Ende des Menschen,noch ist der Retter aus der Unterwelt bekannt.
Wir sind ja durch Zufall entstanden,und später werden wir sein, als wären wir nie gewesen. Ist doch nur Dunst der Hauch in unserer Naseund das Denken nur ein Funke beim Schlag unseres Herzens.
Erlischt er, so wird der Leib zur Asche,und der Geist verflüchtigt sich wie dünne Luft.
Selbst unser Name wird mit der Zeit vergessen,und niemand denkt mehr an unsere Taten. Unser Leben geht vorüber wie die Spur einer Wolkeund löst sich auf wie ein Nebel,der von den Strahlen der Sonne verscheuchtund von ihrer Wärme zu Boden gedrückt wird.
Denn unser Leben huscht vorbei wie ein Schatten,und unser Ende wiederholt sich nicht,weil es besiegelt ist und keiner wiederkehrt.
Auf, lasst uns die augenblicklichen Güter genießenund eifrig die Welt ausnützen wie es der Jugend zukommt.
Kostbare Weine und Salben wollen wir in Fülle genießen,und keine Frühlingsblume soll uns entgehen.
Lasst uns mit knospenden Rosen bekränzen, ehe sie verwelken!
Keiner von uns entziehe sich unserem ausgelassenen Treiben. Überall wollen wir Zeichen unserer Lust hinterlassen;denn das ist unser Anteil und das unser Los.
Wir wollen den armen Gerechten unterdrücken,die Witwe nicht schonen,noch das graue Haar des betagten Greises scheuen.
Unsere Stärke sei Norm der Gerechtigkeit;denn das Schwache erweist sich als wertlos.
Lasst uns dem Gerechten nachstellen, denn er ist uns im Weg.Er tritt unserem Treiben entgegen; er klagt uns der Gesetzesübertretung anund wirft uns unsere Verfehlungen gegen die Zucht vor.
Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen,und nennt sich einen Knecht des Herrn.
Er ist ein lebendiger Vorwurf unserer Gesinnung;schon sein Anblick ist uns lästig.
Denn sein Lebenswandel weicht von allen anderen ab,und ungewöhnlich sind seine Wege.
Wir gelten ihm als falsche Münze,und er meidet wie Unrat unsere Wege. Das Los der Gerechten aber preist er glücklichund nennt prahlend Gott seinen Vater.
Lasst uns einmal sehen, ob seine Reden wahr sind;machen wir die Probe, wie es mit ihm endet.
Denn ist der Gerechte Gottes Sohn, so wird er sich seiner annehmenund ihn aus der Hand der Widersacher befreien.
Durch Höhnen und Misshandlung wollen wir ihn prüfen,damit wir seine Sanftmut kennen lernenund seine Geduld erproben.
Zu schimpflichem Tod wollen wir ihn verurteilen;denn nach seinen Worten wird ihm ja Gottes Schutz zuteil.
So denken sie, aber sie täuschen sich;denn ihre Bosheit hat sie blind gemacht.
Sie erkennen nicht die geheimnisvollen Absichten Gottes.Darum hoffen sie weder auf einen Lohn für die Frömmigkeit,noch wissen sie etwas von einem Ehrenpreis für untadelige Seelen zu schätzen.
Gott hat ja den Menschen zur Unsterblichkeit erschaffenund ihn zum Abbild seines eigenen Wesens gemacht.
Durch den Neid des Teufels aber ist der Tod in die Welt gekommen,und die ihm angehören, werden ihn erfahren.