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Johannes Chrysostomus
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Johannes Chrysostomus

Der heilige Johannes Chrysostomus (um 349–407)

Johannes Chrysostomus (griechisch für „Goldmund“) war Erzbischof von Konstantinopel, einer der vier großen griechischen Kirchenväter und wurde zum Kirchenlehrer erhoben. Er gilt als einer der bedeutendsten Prediger der Christengeschichte.

Herkunft und Ausbildung

  • Geboren: Um 349 in Antiochia (heutige Türkei).
  • Ausbildung: Er studierte Rhetorik bei dem berühmten Sophisten Libanios und Theologie bei Diodoros von Tarsus.
  • Mönchtum: Nach einer glänzenden Ausbildung lebte er mehrere Jahre als Einsiedler in extremer Askese in den Bergen, bevor er aus gesundheitlichen Gründen nach Antiochia zurückkehrte.

Wirken als Prediger und Bischof

  • Priester in Antiochia: 386 empfing er die Priesterweihe. In den folgenden zwölf Jahren erlangte er durch seine Schriftauslegungen Weltruhm. Seine Predigten zeichneten sich durch eine Verbindung von tiefer Exegese und direkter praktischer Anwendung auf das moralische Leben aus.
  • Erzbischof von Konstantinopel: 397 wurde er gegen seinen Willen zum Erzbischof der Kaiserstadt berufen.
  • Reformeifer: Er setzte sich energisch für die Reform des Klerus ein, kritisierte den ausschweifenden Lebensstil des kaiserlichen Hofes und verwendete kirchliche Mittel für den Bau von Hospitälern und die Speisung der Armen.

Konflikte und Exil

  • Widerstand: Sein kompromissloses Eintreten für Gerechtigkeit und seine Kritik an der Kaiserin Eudoxia führten zu schweren Konflikten.
  • Verbannung: Auf der sogenannten „Eichen-Synode“ (403), einem unrechtmäßigen Konzil, wurde er abgesetzt. Nach kurzzeitiger Rückkehr wurde er 404 endgültig verbannt.
  • Tod: Er starb am 14. September 407 auf einem grausamen Gewaltmarsch in die Verbannung nach Pityus (am Schwarzen Meer). Seine letzten Worte waren: „Ehre sei Gott für alles!“ (Doxa to theo panton heneka).

Theologisches Vermächtnis

  • Doktor der Eucharistie: Johannes Chrysostomus betonte die Realpräsenz Christi im Sakrament des Altars so eindringlich, dass er oft als „Lehrer der Eucharistie“ bezeichnet wird.
  • Liturgie: Die am weitesten verbreitete Liturgie der orthodoxen und unierten Ostkirchen, die Göttliche Liturgie des hl. Johannes Chrysostomus, trägt seinen Namen (auch wenn sie erst später ihre endgültige Form erhielt).
  • Schriftauslegung: Er gehört zur „Antiochischen Schule“, die den historischen und wörtlichen Sinn der Bibel betont, ohne die geistliche Tiefe zu vernachlässigen.

Verehrung

  • Gedenktag (Römischer Kalender): 13. September.
  • Patronat: Er ist der Schutzpatron der Prediger, Redner und der christlichen Erziehung.
  • Reliquien: Seine Gebeine ruhen heute im Petersdom in Rom, nachdem sie 2004 von Papst Johannes Paul II. als ökumenische Geste teilweise an den ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel zurückgegeben wurden.

Artikel von Johannes Chrysostomus

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