Thomas wird in allen Apostellisten namentlich aufgeführt und kommt im Johannesevangelium dreimal zu Wort (Joh 11,16, 14,5 und 20,29): Sein Ausruf „Mein Herr und mein Gott“ vor dem Auferstandenen, der ihn aufforderte, seine Kreuzigungswunden zu berühren, machten den „ungläubigen Thomas“ sprichwörtlich.
Die Didachè („Zwölfapostellehre“, um 100) berichtet, Thomas habe den Glauben nach Indien gebracht und dort die Kirche gegründet. Die syrischen Thomasakten schmücken das etwa hundert Jahre später noch um einige Legenden aus, wie der, dass er auf dem Weg nach Indien die Heiligen Drei Könige in Persien getauft und einem indischen König namens Gundisar einen Palast erbaut hätte. Auch Origenes (gestorben 254) berichtet von Thomas’ Missionstätigkeit in Persien und Indien, wo er um das Jahr 70 das Martyrium erlitten habe.
Der indischen Überlieferung nach pflanzte Thomas den Glauben an der Malabarküste ein und wurde nach seinem Märtyrertod – er wurde von Lanzen durchbohrt – unweit von Madras bestattet, wo sein Grab heute noch ein großer Wallfahrtsort ist.
Darstellung
beim Berühren der Wundmale Christi, mit Buch, Lanze oder Schwert, Winkelmaß, Kelch, Steinen, Herz oder Steinwürfeln