Sophia, die göttliche Weisheit, der im heutigen Istanbul die weltberühmte Hagia Sophia gewidmet ist, begegnet in zwei Personalisierungen: Eine junge Römerin erlitt während der Christenverfolgung des Jahres 304 den Märtyrertod und wurde in der Grabstätte der heiligen Gordianus und Epimachus bestattet. Um 845 übertrug Papst Sergius II. Teile ihrer Reliquien unter den Hochaltar der Basilika Santi Silvestro e Martino ai Monti.
Bischof Remigius von Straßburg ließ 778 Reliquien dieser heiligen Sophia in das elsässische Frauenkloster Eschau überführen. Dort finden sich aber seit dem Mittelalter Abbildungen einer anderen Sophia. Diese stammte aus Mailand und war eine Witwe, die mit ihren drei Töchtern Pistis, Elpis und Agape (Glaube, Hoffnung und Liebe, siehe 1 Kor 13,13) um das Jahr 130 durch Enthauptung starb.
Während sich von der jugendlichen Märtyrin Sophia kaum Darstellungen finden, sind Ikonen oder andere Bildnisse der Sophia mit den verkörperten christlichen Tugenden vor allem im ostkirchlichen Raum sehr verbreitet.