★ geboren um 750, gestorben am 13. Oktober 807 in Augsburg
Gedenktag (Novus Ordo): 13. Oktober
Lebensgeschichte
Simpert soll Abt im elsässischen Murbach gewesen sein und wurde 778 Nachfolger des Augsburger Bischofs Tozzo. Weil er einer alemannisch-bayerischen Adelssippe entstammte und zugleich mit dem fränkischen Herrscherhaus verwandt war (man hat aus ihm sogar einen Neffen Karls des Großen gemacht), nahm er nach der fränkischen Einverleibung des Herzogtums Bayern 788 eine Schlüsselstellung ein. Karl der Große vertraute ihm Geiseln an, die er für seine Expansionspolitik nach Sachsen brauchte, und verwendete ihn als Königsboten. In diesem Zusammenhang überwachte Simpert Besitzübertragungen im Sinne des späteren Kaisers und überbrachte dessen Vorschläge für die auf Synoden zu besprechenden Themen.
Simpert erhielt vom fränkischen Herrscher mehrere Güter geschenkt und bekam 799 die Verwaltung des Bistums Neuburg-Staffelsee übertragen, das er in der Folge mit Zustimmung von Papst Leo III. mit seiner eigenen Diözese vereinigte. Solcherart unterstützt und mit Autorität ausgestattet, konnte Simpert die Begehrlichkeiten des Nachbarbistums Freising abwehren und verschiedene Kirchenreformen in seinem ausgedehnten Sprengel durchführen. In Augsburg selbst, das im bayerisch-fränkischen Krieg schwer gelitten hatte, erbaute er über dem Grab der heiligen Afra eine neue Kirche; vermutlich war er auch Bauherr und Konsekrator des ersten Augsburger Doms. Nach seinem Tod wurde er im Chor der Afra-Kirche, der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra, bestattet.