★ geboren um 705 in Wessex, gestorben 782 oder 789 in Schornsheim bei Mainz
Gedenktag (Novus Ordo): 28. September
Lebensgeschichte
Leobgytha („Liebling“) war das spätgeborene Einzelkind angelsächsischer Adliger und über ihre Mutter mit Winfried-Bonifatius verwandt. Sie wurde auf den Namen Truthgeba („Gottesgabe“) getauft und mit etwa sieben Jahren in die Obhut der Äbtissin des Doppelklosters Wimborne gegeben. Dort und bei der Äbtissin des Klosters Minster erhielt sie eine umfassende literarische und theologische Bildung, die sie anschließend als Klosterlehrerin selber weitergab.Um 735 gehörte sie zu den Ordensfrauen wie Walburga, die auf Bitten Bonifatius’ nach Deutschland zogen. Lioba leitete das neugegründete Kloster im heutigen Tauberbischofsheim und durchdrang durch die Erziehung der jungen Frauen der Oberschicht das untere Maintal mit christlichem Geist. Mit Hilfe des fränkischen Adels entwickelte sich das Kloster zum kulturellen Zentrum der Region, die Äbtissin wurde zur gefragten Ratgeberin von Fürsten und Bischöfen in weltlichen und kirchlichen Angelegenheiten.Für Liobas enorme Wertschätzung spricht die Schenkung ihres Alterssitzes Schornsheim durch Karl den Großen und die Bestimmung Bonifatius’, sie nach ihrem Tod in seinem eigenen Grab zu bestatten.