Die vornehme Römerin Agnes war von außergewöhnlicher Schönheit und hatte mit ihren zwölf Jahren bereits zahlreiche Verehrer, die sie jedoch alle abwies. Auch als der Stadtpräfekt für seinen Sohn um ihre Hand anhielt, lehnte sie ab. Sie sei bereits verlobt – mit Jesus Christus. Da die Hinrichtung von Jungfrauen ungesetzlich war, ließ der Stadtpräfekt sie nackt ausziehen und in ein Bordell stecken. Sogleich bedeckten sie ihre Haare vollständiger als jeder Mantel. Als der Sohn des Präfekten sie zu schänden versuchte, fiel er tot um. Agnes erweckte ihn durch ihr Gebet wieder zum Leben, worauf sie aber der Hexerei bezichtigt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. Die Flammen jedoch loderten nur um Agnes herum. Zuletzt stieß ihr ein Soldat ein Schwert in den Hals, und sie starb wie ein Lamm.