★ geboren in Lydda, heute Lod, Israel, gestorben um 303 in Nikomedien, heutige Türkei
Gedenktag (Novus Ordo): 23. April
Lebensgeschichte
Georg war der Sohn eines römischen Provinzgouverneurs und wurde Soldat im kaiserlichen Heer. Als er nach dem Tod seines Vaters dessen Amt übernehmen wollte, dabei aber seines christlichen Glaubens wegen das Kaiseropfer verweigerte, wurde er wie unzählige andere unter dem Christenverfolger Diokletian zum Tod durch Folterung verurteilt: Er wurde auf ein Rad aus scharfen Klingen geflochten, überlebte jedoch und wurde schließlich enthauptet.
Die zahlreichen verschiedenen Überlieferungen seines Martyriums verlagern es unmittelbar an den Kaiserhof oder fügen einen kaiserlichen Statthalter ein, der seiner Bosheit wegen als „Schlange“ bezeichnet wird. Vielleicht hat darin die Legende vom Drachentöter Georg ihren Ursprung, die besonders von der Legenda aurea verbreitet wurde: Der christliche Ritter befreite eine Königstochter von einem Untier, dem sie geopfert werden sollte, und aus Dankbarkeit ließen sich der König und alle seine Untertanen taufen.
Diese Legende, in der sich die griechische Perseussage und Märchen zu einem christlichen Ritterroman verbinden, wurde besonders in England populär. König Richard Löwenherz erwählte den heiligen Georg zu seinem Schutzpatron, und über die zurückkehrenden Kreuzfahrer wurde er zu einem der beliebtesten Heiligen und Namenspatrone.
Verehrung
Eusebius von Caesarea (gestorben 339) berichtet von einer Kirche in Lydda, die Georgs Reliquien gewidmet war. Im 4. Jahrhundert breitete sich seine Verehrung im gesamten Römischen Reich aus. 494 zählte Papst Gelasius I. Georg zu den Heiligen, deren Taten nur Gott bekannt seien.
Nachdem er den Kreuzfahrern als Beistand erschienen war, wurde Georgs Gedenktag 1222 auf der Synode von Oxford zum Fest in England und auf dem Konstanzer Konzil am 23. April 1415 zum Hochfest erhoben.
Obwohl Georg zu den 14 Nothelfern und zu den beliebtesten Heiligen weltweit zählt, schwand seine liturgische Verehrung ab dem 16. Jahrhundert.
Darstellung
als Ritter mit einem durchbohrten Drachen, seltener bei seinem Martyrium