Amen (2. Kor 1,20)

Amēn (Griech.): Bedeutet „so sei es“, „so ist es“ oder „wahrlich“. Dahinter steht ein hebräischer Begriff, der ein Gefühl von Festigkeit oder Zuverlässigkeit vermittelt. Der Begriff „Amen“ taucht häufig im AT auf, wo er ausgesprochen wird, um einen göttlichen Eid oder Fluch zu bekräftigen (4. Mo 5,22; 5. Mo 27,15), die Größe Gottes zu bezeugen (1. Chr 16,36; Neh 8,6) oder einen Wunsch im Gebet auszudrücken (Tob 8,8). Ein doppeltes „Amen“ schließt den ersten, zweiten und dritten Teil des Psalters ab (Ps 41,13; 72,19; 89,52). Im NT ist „Amen“ eine liturgische Antwort, die von der Gemeinde sowohl in den irdischen (1. Kor 14,16) als auch in den himmlischen Liturgien (Offb 5,14; 7,12) ausgeht. Es drückt einen festen Glauben an Gottes offenbarte Wahrheit aus und steht oft am Ende von Doxologien, die seine Herrlichkeit preisen (Röm 11,36; Gal 1,5; Eph 3,21). „Amen“ zu sagen bedeutet, sich zu wünschen, dass Gottes Verheißungen in Erfüllung gehen, und darauf zu vertrauen, dass sie es werden (2. Kor 1,20). Christus wird das „Amen“ genannt, weil er die Zuverlässigkeit und Bundestreue Gottes verkörpert (Offb 3,14). Jesus verwendet diesen Ausdruck oft als abgekürzte Eidesformel, um darauf zu bestehen, dass seine Worte unumstößliche Wahrheitserklärungen sind (Mt 5,18; 18,3; Joh 1,51) (KKK 1061–65).

Quelle: Ignatius Catholic Study Bible